1. Vorbemerkung

Die Installation der Stellwerke Bf. Märksheim erfolgt auf einer Gemeinschaftsanlage der Hersfelder Eisenbahnfreunde in Spurweite HO. Entsprechend den Vorstellungen seiner Mitglieder soll ein Mehrzugbetrieb in unterschiedlichsten Varianten möglich sein. Dabei kommen Mehrsysteme, wie (AC) Wechselstrom-, (DC) Gleichstrom- und (DCC)-Digitalsysteme, zur Anwendung. Das vorgestellte Stellwerk befindet sich dabei im (AC) Wechselstromteil der Anlage. Dabei gelangen Komponenten, wie Gleise, Weichen, Fahrleitungen und letztlich die verwendeten Signale des Systems Märklin zum Einsatz.

 

2. Betriebliche Ausgangssituation

Die Wechselstromanlage umfaßt lt. Gleisplan jeweils eingleisige Einfahrten A und F, die jeweils bidirektional befahren werden können. Märksheim Bf. ist als 4-gleisiger Durchgangsbahnhof konzipiert, bezogen auf die vorhandenen Einfahrten sollen alle Gleise 1 bis 4 Zweirichtungsbetrieb zulassen. 3 von den Verkehrs-gleisen abzweigende Stumpfgleise dienen als Abstellgleis für Wagen, eines als Aufstellgleis für Lokomotiven, ein letzteres erfüllt eher Schutzfunktionen in Fahrtrichtung Schleife Unterberg, wo ein 2-System-Gleisabschnitt (Dreileiter AC/Zweileiter DC) befahren wird. Zunächst wird die Signalisierung in Richtung Schleife Stellingen beschrieben.

 

3. Signaltechnik

Zum Einsatz gelangen Formsignale mit Zugbeeinflussung. Angezeigt werden die Signalbilder Hp0 (Hf0) bedeutend "Halt" und Hp1 (Hf1) als "Fahrt frei"- Begriff. das zum Einfahrsignal gerichtete Vorsignal ohne Zusatzflügel zeigt analog zum Hauptsignal Vo1 "Halt erwarten" und Vo2 "Fahrt erwarten" an. Außerdem erscheinen zur Stellung der an dem Lokaufstellgleis befindlichen Gleissperrsignal die Signalbilder Schutzhalt Sh0 und Sh1 (Schutzhalt aufgehoben). Zur weiteren Begiffsklärung wird auf die jeweilige Fassung der Signalbücher DB/DR (vgl. DV301) verwiesen. Zum Einfahrtsignal F stehen somit auf den Gleisen 1 bis 4 entsprechend 4 Ausfahrsignale N1, N2, N3, N4 gegenüber. Aus den betrieblichen Gegebenheiten folgt, daß jeweils nur 1 Signal gestellt werden darf, entweder 1x Einfahrt- oder 1x Ausfahrtsignal. Im Großbetrieb wird eine Verriegelung der übrigen Signale vorgenommen, die nicht gestellt werden dürfen. In Verbindung mit den im Fahrweg liegenden Weichen werden Verschlußpläne festgelegt, die unbeabsichtigte Fahrbewegungen, wie Flankenfahrten, Zugbegegnungen auf einem Gleis, u.a. ausschließen sollen.

 

3.1 Außenanlage

Zu jedem Gleisabschnitt, an dem ein Signal aufgestellt ist, gehört ein beidseitig isolierter Gleiskreis, der in in Abhängigkeit vom angezeigten Signalbild entweder abgeschaltet (Hp0) oder zugeschaltet (Hp1) ist. Daraus folgt, daß bei dem gestellten Signal (Hp1) der Gleiskreis des gegenüberliegenden Signals ebenfalls durchgeschaltet werden muß, damit dieses bei Signalhalt (Hp0) rückseitig (schwarze Flügelumrandungen) ohne Zughalt aufgefahren werden kann. Hierzu wurden ideelle "Fahrstraßen", klein f, gebildet:

  • Signal F nach N1 und Signal N1 nach F gleich f1
  • Signal F nach N2 und Signal N2 nach F gleich f2
  • Signal F nach N3 und Signal N3 nach F gleich f3
  • Signal F nach N4 und Signal N4 nach F gleich f4

Außer den eigentlichen Signalbildern müssen also auch die dazugehörigen Signalabhängigkeiten in Form der zuvor festgelegten Fahrstraßen f gestellt werden. Nach erfolgter Zugfahrt sind die vorgenommenen Bedienungen von Signal und Fahrstraße unbedingt wieder zurückzustellen, um Konfliktfahrten, wie genannten, auszuschließen.

 

3.2 Stellwerksbedienung

Die Stellwerksanlage umfaßt Schalter- und Drucktastenblöcke aus jeweils 4 Stelleinheiten. Verfügbar ist zu nächst ein Schalterblock zur Stellung der Fahrstraßen f1 bis f4. Das rote Kippschalterfeld markiert den Zustand "f nicht gestellt", durch Betätigung erscheint das grüne Feld, gleichbedeutend "f gestellt".
Es schließen sich 2 weitere Drucktastenblöcke mit jeweils 4 Drucktastenfeldern zur Stellung von Signalen und im weiteren Ausbau auch fernbedienten Weichen. Der erste Drucktastenblock enthält zunächst das Gleissperrsignal W, rote Taste stellt Sh0, grüne Taste entspricht Sh1. Die übrigen Drucktastenfelder bleiben reserviert. Der zweite Drucktastenblock ist für die Stellung der Ausfahrsignale N1 bis N4 reserviert, roter Tastendruck steht für Signalbild Hp0, grün entspricht Hp1. Abgesetzt von den vorgestellten Drucktastenblöcken befindet sich ein weiterer zu Stellung des Einfahrsignales F. Die Stromversorgung des Stellwerks erfolgt aus einem unabhängig vom Bahnstrom arbeitenden Lichttransformators mit Festspannungen, benutzt werden 16V Wechselspannung. Der zur Stellung des Einfahrsignals abgesetzte Tastenblock wird hingegen vom Fahrtransformator zur Speisung der Oberleitung mit gleicher Spannung mitversorgt.

 

3.3 Maßnahmen bei Störungen

Es muß zunächst zwischen betrieblichen und elektrischen Störungen unterschieden werden. Betrieblich können Störungen bei Fehlbedienungen und bei unbeabsichtigten Zugfahrten vorliegen. In diesem Fall sind alle vorgenommenen Bedienungen auf Grundstellung zu bringen, Kippschalter "rot" heben zuvor gestellte Fahrstraßen auf. Gleichermaßen sind alle Signale durch Tastendruck "rot" in Haltstellung Hp0 zu bringen. Umgekehrt verhält es sich bei elektrischen Störung des Stellwerks, hierzu ist der Lichtstrom abzuschalten und ggf. der elektrische Fahrstrom durch Fahrtstellung der Signale durchzuschalten. Dies kann, da die Stellwerksanlage dann stromlos ist, durch mechanisches Betätigen der Signalflügel an den Kuppelstangen erfolgen. Hierbei gilt besondere Vorsicht, Verbiegen kann zur Dejustierung der Mechanik der Signale führen. Anhänge: Lageplan Anschlußschaltbild  

Norbert Richter

   
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