Schematischer Gleisplan der H0-Anlage (Straßenbahngleise grün)

Es gibt zwei Arten von Güterverkehr im Straßenbahnnetz:

  • Vollbahn-Güterverkehr
  • Interner Güterverkehr im Straßenbahnnetz

Beiden ist gemeinsam, daß es sich um einen Spezialverkehr handelt, für den die Infrastruktur eigentlich vorrangig nicht vorgesehen ist. Das macht aber den besonderen Reiz für eine Modellbahn aus, insbesondere dort, wo das Gleis im Straßenbereich der Stadtdurchfahrt liegt. Beim Vorbild sind solche Verkehre immer weniger zu finden. Güterverkehr aus dem Vollbahnnetz gibt es z.B. noch auf einem Streckenstück in Heilbronn. Interner Güterverkehr (insbesondere Baustoffe wie Schienen oder Schotter) im Straßenbahnnetz wird durch den Einsatz von LKW immer weiter verdrängt.

 

Für den Güterverkehr über das Straßenbahnnetz gibt es speziell angebundene Anlagen:

  • Anschluß „Industriegebiet Märksheim“ innerhalb der Straßenbahn-Wendeschleife Stumpfgleis mit Laderampe neben dem Wendegleis der Straßenbahn für den Silberpfeil (wird teilweise mit Fahrleitung ausgestattet)
  • „Gewerbegebiet“ hinter dem Straßenbahndepot (nicht mit Fahrleitung ausgestattet)
  • Gleisanschluß „Gleislager Herstal (Stadt)“ (mit Fahrleitung ausgestattet)

Die Verbindungrampe zwischen dem Fahrstraßenknoten Stellingen und der Strecke bei Mittelhaun ermöglicht Fahrten zum / vom Vollbahnnetz.

Ein freizügiger Einsatz aller Fahrzeuge (Güterwagen und Loks) auf dem gesamten Straßenbahnnetz ist nicht durchführbar. Die mögliche Länge und der Radsatzabstand der Fahrzeuge ist in Teilen des Streckennetzes begrenzt

  • durch Tragwerksteile der Brücke anschließend an die Rampe bei Mittelhaun
  • wegen der engen Radien in der Schleife Herstal (Stadt), ebenso die Zuführung zum Gleislager
  • wegen der engen Radien in der Schleife in der Straßenbahn-Wendeschleife Märksheim.

Weiterhin können Wagen ohne Lok wegen des Gefälles nicht in Mittelhaun abgestellt werden. Eine Umfahrung des Wagenparks durch die Zuglok ist dort somit nicht möglich.

 

Vollbahn-Güterverkehr

Dieser dient dazu, die nur über das Straßenbahnnetz erreichbaren Anschlüsse zu bedienen. Einerseits fahren Güterzüge in den Relationen Stellingen – Gewerbegebiet Depot / Gleislager Herstal / Industriegebiet Märksheim, andererseits zwischen den o.g. Anschlüssen.

Die Güterzüge sollen vorrangig gezogen verkehren. Um gezogene Wagen abzusetzen, können die Schleifen in Herstal und Märksheim genutzt werden, um die Züge zu drehen und dann die Wagen in die als Stumpfgleise ausgebildeten Anschlußgleise zu drücken, soweit die Schleifen von den Fahrzeugen befahren werden dürfen. Ansonsten können von Stellingen kommende Züge zum Anschluß Märksheim ab dem Abzweig „Brücke“ geschoben werden. Für Züge zum Gewerbegebiet Depot können die Wagenparks mittels der Gleisverbindung im Depot umfahren werden, so daß die Wagen dann in den Anschluß gedrückt werden können. Auch kann die im Gewerbegebietsanschluß stationierte Köf für Rangierarbeiten und die Zuführung zum Gleislager genutzt werden.

Die Länge der Güterzüge ist aufgrund der vorhandenen Gleislängen eng begrenzt.

 

Interner Güterverkehr im Straßenbahnnetz (Arbeitszüge)

Der Kriegsstraßenbahnwagen (KSW) wird als Schlepp-Triebwagen für die Straßenbahnloren für einen Verkehr zwischen dem Gleislager und dem Industriegebiet Märksheim eingesetzt. Hierzu sind der KSW und die Straßenbahnloren mit Magnetkupplungen ausgestattet.

Der KSW könnte eventuell nach einer als Einzelfahrzeug durchgeführten Schleifenfahrt gegenüber den Loren gedreht sein. Damit ein Kuppeln mit der Magnetkupplung in jedem Fall möglich bleibt, erhalten beide Magnetkupplungen am KSW den „Nordpol“, beide Magnetkupplungen an den Loren den „Südpol“.

Die Höhe der Kupplungen am KSW und an den Loren stimmt zwar nicht überein. Die Magnete kuppeln aber "selbsttätig", wenn sie nahe genug sind. Dazu wurde die Bewegungsmöglichkeit der Kupplungen eingeschränkt. Es wurde eine Haltestange unter die Kupplungsdeichsel gebaut und die Bewegungsmöglichkeit auch zur Seite hin eingeschränkt. Trotzdem reicht Bewegungsmöglichkeit auch für die 20 cm-Radien aus.

Damit der KSW auch Straßenbahnbeiwagen ziehen kann, werden die Beiwagen ebenso wie die Loren mit Magnetkupplungen ausgestattet.

Auf dem Straßenbahnnetz eingesetzte Loks, insbesondere die im Depot stationierte Kleinlok, können mittels ihrer metallischen Kupplungsbügel ebenfalls die Loren und Beiwagen ziehen.

Abstellmöglichkeiten für KSW, KSW-Beiwagen und Loren sind in den genannten Anschlußgleisen sowie in den Spitzen der Depot-Gleise gegeben.

 

Allgemeine Anmerkungen

Das Staßenbahnnetz kann außer für Güterzüge auch für Sonderfahrten von Personenzügen genutzt werden.

Da die Anlagen des Straßenbahnnetzes nur einen begrenzten Umfang aufweisen, ist die Anzahl der gleichzeitig einsetzbaren Fahrzeuge beschränkt. (Ggf. müssen dann einige Straßenbahnfahrzeuge von der Anlage genommen werden. Ebenfalls sind noch Erfahrungen zu sammeln, ob im Automatik-Betrieb verkehrende Linienfahrten gleichzeitig mit Güterzügen durchführbar sind.)

Insgesamt bietet die Anlage aber umfangreiche Möglichkeiten, einen interessanten Eisenbahn-, Straßenbahn- und aus diesen bestehenden Mischverkehr durchzuführen.

 

Carsten-Rainer Warninghoff

   
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